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Tibet-News Januar 2008

Liebe FreundInnen und FörderInnen von Tibet,

Kritik an Peking: der Dalai Lama bezeichnet die chinesische Bevölkerungspolitik in Tibet als "demografische Aggression". Aktion zum Jahrestag: am 26. Januar 2003 jährt sich die Verurteilung des bekannten tibetischen Mönchs Tenzin Delek Rinpoche. Meinung: der chinesische Menschenrechtsaktivist Teng Biao hat das Treffen Merkel-Dalai Lama begrüßt. Daneben: IOC will kein "Team Tibet" bei den Spielen in Peking. Publikationen: ICT-Kurzpapier über die Menschenrechtslage in Tibet.

Ihr ICT-Team

INHALT:

  1. Aktuelles: Dalai Lama kritisiert chinesische Bevölkerungspolitik in Tibet
  2. ICT in Aktion: Tenzin Delek Rinpoche 
  3. Publikationen: ICT-Kurzpapier über die Menschenrechtslage in Tibet

1. Aktuelles

Dalai Lama bezeichnet chinesische Bevölkerungspolitik als "demografische Aggression"

Der Dalai Lama. Der Dalai Lama. Foto: ICT.
Der Dalai Lama hat China wegen seiner Bevölkerungs- und Besiedelungspolitik in Tibet scharf kritisiert. Die Tibeter seien inzwischen "zu einer Minderheit im eigenen Land geworden", äußerte sich der Dalai Lama gegenüber dem französischen "Nouvel Observateur". Die Besiedelungspolitik in dem 1950 von China eroberten Gebiet gleiche einer "demografischen Aggression" und einem "kulturellen Völkermord". In der Hauptstadt Lhasa, so der Dalai Lama weiter gebe es "heute 100.000 Tibeter und mehr als 200.000 Chinesen". In der chinesischen Gesellschaft seien aber "alle traditionellen Werte zerstört worden. Es gibt keine Moral, es zählt nur das Geld".

Das Interview mit dem Dalai Lama kann in französischer Sprache hier nachgelesen werden (Hinweis: ICT übernimmt keine Haftung für den Inhalt externer Internetseiten): Interview mit dem Dalai Lama
Die tibetische Exilregierung hat vor kurzem eine umfangreiche Studie über die chinesische Entwicklungs- und Umweltpolitik in Tibet veröffentlicht. (Hinweis: ICT übernimmt keine Haftung für den Inhalt externer Webseiten): http://www.tibet.net/en/diir/pubs/edi/tib2007/content.html

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet von Plänen der chinesischen Behörden, in diesem Jahr mehr als 52.000 tibetische Nomaden und Bauern neu an- oder umzusiedeln: Meldung über Zwangsansiedlung tibetischer Nomaden.

Chinesischer Menschenrechtsaktivist begrüßt Treffen Merkel-Dalai Lama

Bundeskanzlerin Merkel mit dem Dalai Lama. Foto: BPA/Guido Bergmann. Bundeskanzlerin Merkel mit dem Dalai Lama. Foto: BPA/Guido Bergmann.
Im Interview mit der Tagezeitung TAZ vom 11. Dezember 2007 äußerte sich der chinesische Menschenrechtsaktivist und Jurist Teng Biao, dass sich Kanzlerin Merkel richtig verhalten habe, den Dalai Lama zu empfangen. Ein Treffen mit dem Dalai Lama sei nicht nur gut für Tibeter, sondern auch für die Chinesen. Er glaube überdies nicht, dass dies den deutsch-chinesischen Beziehungen und dem Handel sehr schaden werde. Im Hinblick auf die Olympischen Spiele fordert Teng Biao eine klare Botschaft der internationalen Gemeinschaft an die chinesische Regierung: die gegebenen Versprechungen und nicht zuletzt eigene Verfassung und Gesetze einzuhalten. Sonst verliere man „das Recht auf die Spiele“. Bundeskanzlerin Merkel hielt indes vor Pressevertretern in Berlin an ihrer Entscheidung, den Dalai Lama zu treffen, fest. "Freundschaftliche Beziehungen müssen solche Differenzen aushalten", so die Kanzlerin.

Das Interview mit Teng Biao kann hier nachgelesen werden (Hinweis: ICT übernimmt keine Haftung für den Inhalt externer Internetseiten).

Olympia: Team Tibet abgelehnt

Racefortibet - Die ICT-Olympiakampagne
Racefortibet: die ICT-Olympiakampagne.

Das IOC hat ein Beitrittsgesuch des "National Olympic Commitee of Tibet" abgelehnt. Hintergrund für die Bewerbung war die Entsendung von tibetischen Athleten, einem "Team Tibet", zu den olympischen Sommerspielen 2008 in Peking. „Natürlich sind wir darüber enttäuscht, dass unsere Sportler nicht teilnehmen können“, sagte Wangpo Tethong, Präsident des National Olympic Commitee of Tibet. Als Begründung wurde angeführt, dass Olympische Komitees aus nicht unabhängigen Staaten nicht an den Spielen teilnehmen können. Insgesamt umfasst das "Team Tibet" 30 tibetische Athleten, die alle im Exil leben. Tethong kritisierte den Negativentscheid mit dem Hinweis auf den von den Organisatoren ausgeübten Druck auf das IOC. Das IOC steht unter zunehmenden Druck in Bezug auf die Menschenrechtssituation in China. Das Team Tibet ist eine Initiative des internationalen Netzwerkes der Tibet-Unterstützergruppen ITSN, dem auch die ICT-Büros in Washington, Brüssel, Amsterdam und Berlin angehören.

Die Webseite der ICT-Olympia-Kampagne finden Sie hier: http://de.racefortibet.org/.

2. ICT in Aktion: Tenzin Delek Rinpoche

ICT in Aktion: Tenzin Delek Rinpoche

Tenzin Delek Rinpoche.Der tibetische Mönch Tenzin Delek Rinpoche.

Im April 2002 wurden der tibetische Mönch Tenzin Delek Rinpoche und der Tibeter Lobsang Dhondup verhaftet, weil ihnen die Urheberschaft für eine Serie von Bombenanschlägen in der Provinz Sichuan angelastet wurde. Die Umstände der Verhaftung deuten darauf hin, dass die Anklage gegen Tenzin Delek Rinpoche politisch motiviert war. Im Dezember 2002 wurden beide Angeklagten zum Tode verurteilt. Die Berufung Tenzin Delek Rinpoches wurde am 26. Januar 2003 vom Provinzgericht von Sichuan zurückgewiesen. Am selben Datum wurde Lobsang Dhondup hingerichtet.

Dank internationaler Proteste konnte Tenzin Deleks Todesstrafe am 26. Januar 2005 in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt werden. Er befindet sich derzeit im Tuandong-Gefängnis in Sichuan. Die International Campaign for Tibet fordert die sofortige Freilassung von Tenzin Delek Rinpoche!

 

Bitte nehmen Sie teil an unserer Aktion "10.000 für Tenzin Delek!": http://www.savetibet.org/de/aktion/aktion.php?id=1.

 

ICT vergibt 40.000 Euro an tibetische Projekte

Galen Rowells bekanntes Foto 'Rainbow over Potala'. Foto: Mountainlight.com.
Galen Rowells bekanntes Foto 'Rainbow over Potala. Foto: Mountainlight.com

Die International Campaign for Tibet hat rund 40.000 Euro an elf von Tibeterinnen und Tibetern geführte Projekte u.a. zur Förderung von Umwelt, Kultur und Gesellschaft vergeben. In der Förderliste des von ICT verwalteten „Rowell-Funds“ finden sich u.a. Projekte über Ökotourismus, ein Kunst- und Maltherapieprojekt für tibetische Flüchtlingskinder und ein „Oral History“-Projekt.

Über fünfzig Antragsteller, im Wesentlichen aus Südasien, hatten qualitativ hochwertige Projektanträge gestellt. Von den elf ausgewählten Projekten werden vier von Frauen geführt. Der „Rowell Fund“ vergibt seit 2002 zu Ehren des verstorbenen bekannten Fotografen Galen Rowell Fördermittel für Projekte von Tibeterinnen und Tibetern, die in Tibet oder im Exil leben.


3. Publikationen

Neu: ICT-Kurzpapier zur Menschenrechtssituation in Tibet

Kurzpapier.

Mit thematischen Kurzpapieren will ICT Fachpublikum und interessierte Öffentlichkeit in komprimierter Form über die aktuelle Menschenrechtssituation informieren. Neben dem aktuell veröffentlichten Papier zur Menschenrechtslage in Tibet sollen in Kürze weitere thematische Papiere über Wirtschafts- und Entwickungspolitik oder Umweltschutz zur Verfügung gestellt werden.
Auf www.savetibet.de/publikationen können daneben zahlreiche andere Publikationen, darunter "Tibet-Briefing" und "Tibet-Journal", aber auch andere thematische Veröffentlichungen eingesehen werden. In Kürze wird ICT einen umfangreichen Bericht über die Auswirkungen der neuen Bahnlinie nach Lhasa veröffentlichen.