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Tibet-News Juli 2007

Liebe FreundInnen und FörderInnen von Tibet,

während der Dalai Lama ein weiteres Mal zehntausende von Deutschen bei seinem Besuch in Hamburg und Freiburg angezogen hat, riskieren Tibeter in Tibet nach wie vor ihre Freiheit, wenn sie friedlich und öffentlich für seine Rückkehr nach Tibet eintreten. Ferner: Nepals Behörden übergeben einen tibetischen Flüchtling an chinesische Sicherheitskräfte und die Gründung des Nationalen Olympischen Komitees Tibets.

Ihr ICT-Team

INHALT:

  1. Aktuelles
  2. Rückblick

1. Aktuelles

Furcht vor Gewalt nach öffentlichem Aufruf für die Rückkehr des Dalai Lama nach Tibet

Das 'neue Dorf für Viehhüter'in Lithang, Osttibet.

Die Unzufriedenheit in Tibet ist nach wie vor groß. Am 1. August wurde der 53-jährige Tibeter Runggye Adak verhaftet, nachdem er zu Hunderten von Menschen, die sich für ein traditionelles Pferderennen in Lithang, Osttibet, versammelt hatten, über den Dalai Lama gesprochen und seine Sorge über die sozialen Entwicklungen in Tibet zum Ausdruck gebracht hatte. Die Atmosphäre in Lithang ist seither angespannt und die Furcht vor einem gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte spürbar.

Berichten zufolge ist es zu weiteren Verhaftungen gekommen. Die Sicherheitskräfte wurden mit Polizei und Militär von außerhalb von Lithang (Chinesisch: Litang) in Kardze (Chinesisch: Ganzi) Autonome Präfektur verstärkt. Verschiedenen Meldungen zufolge waren viele Tibeter zusammen gekommen, um gegen die Verhaftung von Runggye zu protestieren, so dass die Polizei Warnschüsse abgab, um die Menge auseinander zu treiben. Mehrere Tibeter haben im Gespräch mit der Polizei und Beamten aus Kardze um die Freilassung von Runggye Adak gebeten.

Lesen Sie hier mehr über den Vorfall: http://www.savetibet.org/de/news/news.php?id=334

Tibeter aus Nepal abgeschoben

Die Friendship-Bridge an der tibetisch-nepalesischen Grenze. Die Friendship-Bridge an der tibetisch-nepalesischen Grenze.

Die nepalesischen Behörden haben einen Tibeter an die chinesischen Behörden an der tibetisch-nepalesischen Grenze übergeben. Der Fall des 25-jährigen Tsering Wangchuk ist die erste bekannte zwangsweise Abschiebung eines Tibeters seit Juli 2003. Wangchuk hatte sich zuvor in nepalesischem Gewahrsam befunden. Vertreter des tibetischen Flüchtlingsaufnahmezentrums hatten vergeblich versucht, seine Ausreise nach Indien zu erreichen. ICT kritisiert die Abschiebung scharf, da es sich um einen Bruch internationalen Flüchtlingsrecht handelt und Nepal zudem gegen Absprachen zum Schutze der in Nepal lebenden Tibeter verstößt.

Senden Sie eine Petition an den nepalesischen Innenminister Krishna Prasad Sitaula, in der Sie die Abschiebung von Tsering Wangchuk nach Tibet kritisieren und dazu auffordern, dass keine weiteren Abschiebungen von Tibetern aus Nepal in die Hände chinesischer Sicherheitskräfte erfolgen darf. Eine Kopie erhält die nepalesische Botschaft in Deutschland:

Senden Sie eine Petition an den nepalesischen Innenminister Krishna Prasad Sitaula, in der Sie die Abschiebung von Tsering Wangchuk nach Tibet kritisieren und dazu auffordern, dass keine weiteren Abschiebungen von Tibetern aus Nepal in die Hände chinesischer Sicherheitskräfte erfolgen darf. Eine Kopie erhält die nepalesische Botschaft in Deutschland: http://www.savetibet.org/de/aktion/aktion.php?id=10

Tibeter gründen Nationales Olympisches Komitee

Tibeter haben ein Nationales Olympisches Komitee gegründet. Das neu gegründete Gremium sandte ein Schreiben an Jacques Rogge, dem Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees IOC, er möge das „Team Tibet“ als Teilnehmer für die Olympischen Spiele 2008 in Peking einladen.

’Wir sind sehr stolz, eine Gruppe junger Tibeterinnen und Tibeter zu haben, die darauf brennen, nächstes Jahr an den Spielen teilzunehmen. Daher unsere Entscheidung, ein Nationales Olympisches Komitee Tibet zu gründen’, sagt Wangpo Tethong, Präsident des NOC Tibet.

Mehr Informationen über das „Team Tibet“ und das Nationale Olympische Komitees Tibets können Sie hier erhalten: http://www.noc-tibet.org.

2. Rückblick

ICT-Podiumsdiskussion in Hamburg – „Bundeskanzlerin Merkel muss den Dalai Lama noch vor der Olympiade treffen“

'Tibet braucht unsere Unterstützung' – unter diesem Motto diskutierten Kelsang Gyaltsen, Repräsentant des Dalai Lama in Europa, die Europaabgeordneten Eva Lichtenberger (Grüne), Thomas Mann (EVP-ED) und der Bundestagsabgeordnete Burkhardt Müller-Sönksen (FDP) über die Herausforderungen einer europäischen Tibet- und Chinapolitik am 20. Juli im Rahmenprogramm des Dalai Lama-Besuches in Hamburg. Mehr als 300 Zuhörer waren in die Hamburger Universität gekommen, um einer lebhaften Debatte zu folgen, die einen ernüchternden Blick auf die Ergebnisse der Dialogbemühungen zwischen Tibetern und Chinesen eröffnete, die aber auch auf die Wichtigkeit internationaler Einmischung hinwies. Einig waren sich die Vertreter auf dem Podium, dass die europäische Politik mehr tun müsse, um den Dalai Lama in seinen Bemühungen um eine friedliche Lösung der Tibetfrage zu unterstützen. Anhaltenden Applaus erntete dabei vor allem die Forderung Burkhardt Müller-Sönksens, Bundeskanzlerin Merkel müsse sich noch vor den Olympischen Spielen in Peking mit dem Dalai Lama treffen.

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