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Tibet-News Juli 2007

Liebe FreundInnen und FörderInnen von Tibet,

nach mehr als 14 Monaten Pause finden wieder Gespräche zwischen Gesandten des Dalai Lama und der chinesischen Staatsführung über die Zukunft Tibets statt. Daneben in dieser Ausgabe: ICT ruft G8-Staaten zum Einsatz für Tibets Umwelt auf. Wichtige Terminhinweise: ICT-Podiumsdiskussion mit namhaften Teilnehmern und der Dalai Lama in Münster.

Ihr ICT-Team

INHALT:

  1. Aktuelles
  2. Veranstaltungshinweise
  3. ICT-Intern

1. Aktuelles

Gesandte des Dalai Lama reisen nach China

Gesandte des Dalai Lama und Vertreter der chinesischen Staatsführung kommen im Februar 2006 in China zusammen.

Gesandte des Dalai Lama sind am 29. Juni zu Gesprächen in die Volksrepublik China gereist.

In einer Pressemitteilung der tibetischen Exilregierung heißt es, dass die Gesandten, Lodi Gyaltsen Gyari und Kelsang Gyaltsen, am 26. Juni mit dem Dalai Lama und dem tibetischen Premierminister, Samdhong Rinpoche, zusammengekommen waren, um die bevorstehenden Gespräche vorzubereiten. Gespräche zwischen Tibetern und Chinesen hatten zuletzt im Februar 2006 stattgefunden, wobei das Ausbleiben weiterer Treffen bis dato international mit großer Besorgnis zur Kenntnis genommen worden war. Das Europäische Parlament hatte in einer Entschließung vom 15. Februar 2007 beide Seiten dazu aufgerufen, den Dialogprozess trotz bestehender Differenzen fortzuführen. Bei den neuerlichen Gesprächen handelt es sich um die sechste Dialogrunde seit 2002.

Bislang habe sich die chinesische Führung international isoliert, indem sie den Dalai Lama als Teil der Lösung der Tibetfrage ablehnte, so ICT zur Ankündigung der Gespräche. "Wir hoffen, dass die bevorstehenden Olympischen Spiele den Druck auf die chinesische Staatsführung erhöhen, eine Pilgerreise des Dalai Lama nach China zu ermöglichen", fügte ICT hinzu. Damit könne Vertrauen zwischen Tibetern und Chinesen geschaffen werden, das für die Fortführung der Gespräche enorm wichtig sei. China dürfe nicht auf Zeit spielen, so ICT.

Die Pressemitteilung der tibetischen Exilregierung kann hier eingesehen werden: http://www.tibet.net/en/prelease/2007/280707.html

Die ICT-Pressemitteilung zum Thema kann hier eingesehen werden: http://www.savetibet.org/de/news/news.php?id=331

ICT ruft G8-Staaten zum Einsatz für Tibets Umwelt auf

Mount Chomolungma Mount Everest (tib. Chomolungma ).

"Tibet droht eine ökologische Katastrophe, wenn die Weltgemeinschaft und China nicht schnell und nachhaltig handeln", forderte ICT vor dem Hintergrund der in Heiligendamm stattfindenden Gespräche der G8 mit Chinas Staatspräsident Hu Jintao. Das empfindliche Ökosystem auf dem "Dach der Welt" sei bedroht von Gletscherschmelze, Hochwasser, Dürren und anderen extremen Wetterphänomenen, die weit über Tibet hinaus in ganz Süd- und Südostasien unabsehbare Schäden anrichten könnten.

Vorhersagen des "Intergovernmental Panel on Climate Change" der Vereinten Nationen gehen davon aus, dass die Gletscher des tibetischen Hochlands innerhalb der nächsten dreißig Jahre zu 80% verschwunden sind. "China muss seiner globalen Verantwortung gerecht werden, und seine CO-2-Emissionen drastisch reduzieren. Peking muss aber auch in Tibet eine Umweltpolitik betreiben, die die Folgen des Klimawandels abfedert und sich nicht gegen die Tibeter richtet, sondern sie aktiv einbezieht", äußerte sich ICT.

Der Aufruf zum G8-Gipfel kann in vollem Wortlaut hier nachgelesen werden.

China baut Straße zum Mount Everest

China hat begonnen, eine Straße zum Mount Everest, dem höchsten Berg der Welt, zu bauen. Die Straße soll den Trägern der olympischen Fackel ihren Weg vereinfachen, heißt es in einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua vom 20. Juni. Das Projekt wird dem Bericht zufolge 150 Millionen Yuan (15 Millionen Euro) kosten. Der Bau der Straße beginne am Basislager des Mount Everest auf einer Höhe von 5200 Metern über dem Meeresspiegel.

Behörden zerstören religiöse Statue in Tibet

Statue Guru Rinpoche vor ihrer Zerstörung

Die chinesischen Behörden haben in einem Medienbericht zugegeben, für die „Entfernung“ einer mehr als zehn Meter hohen mit Gold und Kupfer besetzten Statue eines bekannten buddhistischen Lehrers verantwortlich zu sein. Die Statue war ein Geschenk chinesischer Buddhisten an ein Kloster in Tibet und ist Mitte Mai zerstört worden. Der Vorgang entspricht der neuen Vorgehensweise der chinesischen Behörden in Hinblick auf den tibetischen Buddhismus. Im Januar 2007 waren neue Vorschriften in der Tibetischen Autonomen Region (TAR) in Kraft getreten, die die Religionsausübung in Tibet weiter erschweren.

Die Errichtung der Statue war dem Vernehmen nach von zwei buddhistischen Gläubigen aus Guangzhou in der chinesischen Provinz Guangdong gefördert worden und für das Kloster Samye, dem ältesten Kloster Tibets, bestimmt. Im Allgemeinen ist eine wachsende Beliebtheit des tibetischen Buddhismus in China zu beobachten. Ortsansässige Tibeter in der Präfektur Lhoka in der TAR hatten wegen der massiven Präsenz der Sicherheitskräfte zunächst nichts über den Vorfall berichtet.

Weitere Informationen über den Vorfall (englisch): http://www.savetibet.org/news/newsitem.php?id=1144

2. Veranstaltungshinweise

Podiumsgespräch: Die Tibetfrage: Chancen und Gefahren europäischer China-Politik

Die Bilanz der europäischen Tibetpolitik ist zwiespältig: einerseits wird den Anliegen der Tibeter und Tibetunterstützer in Parlamenten und Regierungen Sympathie entgegengebracht, auf der anderen Seite muss die Tibetbewegung immer wieder Rückschläge hinnehmen, wenn die Tibetfrage rigoros anderen Interessen untergeordnet wird. Diskutieren über die Möglichkeiten einer solidarischen China- und Tibetpolitik werden

  • Kelsang Gyaltsen, Repräsentant des Dalai Lama in Europa und Teilnehmer der jüngsten Gesprächsrunde mit der chinesischen Staatsführung,
  • Thomas Mann, Mitglied des Europaparlaments und dort Vorsitzender der Tibet-Intergroup,
  • Eva Lichtenberger, Mitglied des Europaparlaments,
  • Burkhardt Müller-Sönksen, Mitglied im Menschenrechtsausschuss im Deutschen Bundestag.

Das Podiumsgespräch findet am 20. Juli in Hamburg in Kooperation mit dem Tibetischen Zentrum statt. Mehr Informationen finden Sie hier.

Dalai Lama erhält Ehrendoktorwürde der Universität Münster und hält öffentlichen Vortrag

DL

Der Dalai Lama wird Ehrendoktor der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Der Fachbereich Chemie und Pharmazie der Hochschule zeichnet den Friedensnobelpreisträger am 20. September 2007 im Schloss zu Münster mit der Ehrenpromotion in Naturwissenschaften aus. Es ist der erste Ehrendoktor einer deutschen Hochschule für den Dalai Lama und der erste aus dem Bereich der Naturwissenschaften.

Am Nachmittag des 21. September hält der Dalai Lama ab 14.30 Uhr (Einlass: 12.30 Uhr) in der Halle Münsterland einen öffentlichen Vortrag in englischer Sprache mit dem Titel "Universal Responsibility in Science and Society". Karten zu dieser gemeinsamen Veranstaltung der NRW Graduate Schools, der Krupp-Stiftung und der Münsterschen Zeitung sind ab sofort im "MZ-Ticket-Corner" (Drubbel 20, 48143 Münster, Telefon 0251/609-496) erhältlich.

Weitere Informationen der Veranstalter können hier eingesehen werden: http://www.halle-muensterland.de/1d/events/details.cfm?id=2491&ref=home&web=1

3. ICT-Intern

Neue ICT-Publikationen

ICT hat eine Reihe von neuen Publikationen veröffentlicht, auf die wir an dieser Stelle gesondert hinweisen möchten.

Tibet-Journal

Das "Tibet-Journal" informiert regelmäßig rund um ICT und Tibet. Ab Ausgabe 8 (Juni 2007) in neuem Design.

Das "Tibet-Briefing" erscheint im Abstand von sechs Wochen und berichtet in kurzen Hintergrundberichten über aktuelle Entwicklungen in Tibet.

Mit einem Bericht über Tourismus in Tibet will ICT Tibetreisende für die Situation in Tibet sensibilisieren.

Alle ICT-Publikationen können auf der ICT-Webseite unter www.savetibet.org/de/publikationen/index.php heruntergeladen oder in der ICT-Geschäftsstelle bestellt werden.

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