Liebe FreundInnen und FörderInnen von Tibet,
weniger als 500 Tage noch bis zum Beginn der Olympischen Spiele in Peking. Während das IOC auf die "Kraft des Guten" hofft, machen Tibet-Gruppen weltweit, darunter die International Campaign for Tibet, auf die anhaltend schlechte Menschenrechtslage in Tibet aufmerksam und fordern ein ernsthaftes Eintreten für Veränderung. Lesen Sie dazu mehr in diesem Newsletter. Bitte nehmen Sie auch an unseren Aktionen teil: vielen Dank für schon jetzt für Ihren Einsatz.
Ihr ICT-Team
INHALT:
Protest am Mount Everest gegen Olympische Spiele – Tibet-Aktivisten festgenommen
Am 25. April haben Tibet-Aktivisten aus den Vereinigten Staaten mit einer spektakulären Aktion am Mount Everest auf die Tibet-Frage aufmerksam gemacht und das Internationale Olympische Komitee (IOC) dafür kritisiert, dass es mit den Spielen in Peking die politische Agenda Pekings unterstütze. Die Protestaktion am Mount Everest, bei der vier Mitglieder der Tibetunterstützergruppe „Students for a Free Tibet“ aus den USA ein Transparent mit einer Anspielung auf den Slogan der Spiele entrollten, richtete sich insbesondere gegen die Entscheidung des IOC, den prestigeträchtigen olympischen Fackellauf auch Station in Tibet und auf dem Gipfel des Mount Everest machen zu lassen. Tibetunterstützer befürchten, dass Peking damit seine Besitzansprüche auf das seit 1949 besetzte Tibet politisch untermauern und die massiven Menschenrechtsverletzungen auf dem „Dach der Welt“ verschleiern will. Die vier Aktivisten, darunter ein tibetisch-stämmiger Amerikaner, wurden von den chinesischen Behörden kurzzeitig inhaftiert und dann ins benachbarte Nepal abgeschoben.
In einer Reaktion auf die Festnahme und die Kritik an Chinas Haltung in Darfur oder an Menschenrechtsproblemen sagte der Chef der IOC-Koordinierungskommission für die Spiele, Hein Verbruggen, am Rande einer Sitzung des IOC-Exekutivkomitees in Peking: „Wir wollen nicht in irgendwelche politischen Fragen verwickelt werden.“ IOC-Präsident Jacques Rogge reagierte ausweichend auf die Menschenrechtskontroverse um China: „Wir glauben, dass die Olympischen Spiele anhaltende, positive Auswirkungen auf Chinas Gesellschaft haben werden.“ Er fügte hinzu: „Sie sind eine Kraft für das Gute.“
ICT – Olympia-Kampagne „Race for Tibet“
Logo der weltweiten ICT-Kampagne "Race for Tibet"ICT will mit ihrer weltweiten Olympia-Kampagne “Race for Tibet” auf die ungelöste Tibet-Frage und die schlechte Menschenrechtslage in Tibet hinweisen. China muss vor den Spielen in ernsthafte Verhandlungen mit dem Dalai Lama über die Zukunft Tibets treten und seine systematischen Menschenrechtsverletzungen einstellen! Aber auch die internationale Politik und vor allem das IOC sind gefordert!
Auf der ICT-Kampagnenwebseite "Race for Tibet" können Sie an Aktionen teilnehmen oder sich online die Flash-Animation "China's perfect zero" ansehen. http://de.racefortibet.org
Fordern Sie Jacques Rogge, Präsident des IOC, auf, sich sichtbar für Menschenrechte einzusetzen. http://www.savetibet.org/de/aktion/aktion.php?id=5
ICT - Olympiaaktion "Sponsor gesucht!"
Die Adidas AG ist seit mehr als 20 Jahren auf dem chinesischen Markt tätig und offizieller "Sportswear-Partner" und Hauptsponsor der Olympischen Spiele in Peking 2008 geworden. Adidas kann durch seinen Einfluss in China helfen, die Lage der Tibeter zu verbessern. Fordern auch Sie Adidas auf, seine gesellschaftspolitische Verantwortung ernst zunehmen!
Schon über 4000 Petitionen gesammelt! Aktion läuft bis Mai 2008! Bestellen Sie Postkarten in unserer Geschäftsstelle oder machen Sie online mit!
Rufen Sie Herbert Hainer, Vorstandsvorsitzender der Adidas AG, auf, sich für den Dalai Lama und die Tibeter einzusetzen. http://www.savetibet.org/de/aktion/aktion.php?id=6
18. Geburtstag des Panchen Lama – ICT veröffentlicht neuen Bericht über Religionspolitik in Tibet
„Peking hat seine Politik gegenüber dem tibetischen Buddhismus verschärft“, zu diesem Schluss kommt ein neuer Bericht der International Campaign for Tibet (ICT), der am 25. April veröffentlicht wurde. Er dokumentiert die Politik der chinesischen Behörden in Tibet, die neue Vorschriften, die die Religionsausübung massiv reglementieren, erlassen oder auch die Verschärfung sog. „patriotischer Erziehungsmaßnahmen“ in Tibet vorangetrieben haben.
Der Sondergesandte des Dalai Lama, Lodi Gyaltsen Gyari, erklärte mit Blick auf die Religionspolitik in Tibet: „Während der Dalai Lama versucht, zentrale Punkte der ungelösten Tibetfrage im Dialog mit den Chinesen zu thematisieren, ist es sehr bedauerlich, dass Teile der chinesischen Staatsführung ein System umsetzen wollen, das eine Lösung zwischen uns unmöglich macht.“
Mit der Veröffentlichung des Berichtes am 25. April, dem 18. Geburtstag des Panchen Lama, will ICT auf das immer noch ungeklärte Schicksal des 1995 verschwundenen Panchen Lama hinweisen, der unmittelbar nach seiner Anerkennung durch eine tibetische Findungskommission von chinesischen Behörden mitsamt seiner Familie an einen bis heute unbekannten Ort verbracht worden war. „Der Panchen Lama ist eine zentrale Institution des tibetischen Buddhismus und sein Verschwinden steht für Pekings massive Einflussnahme auf die religiöse Selbstbestimmung eines ganzen Volkes“, äußerte sich ICT-Deutschland.
Den Bericht "The Communist Party as Living Buddha - the Crisis facing Tibetan Buddhism" können Sie hier herunterladen:
http://savetibet.org/documents/pdfs/2007ReligionReport.pdf
Tibet-Ausstellung hat kein Interesse am Schicksal des Panchen Lama
Die Leitung des Museums für Asiatische Kunst, Veranstalter der Ausstellung "Tibet – Klöster öffnen ihre Schatzkammern" hat die Entgegennahme einer Informationstafel über das Schicksal des 1995 von chinesischen Behörden verschleppten tibetischen Panchen Lama verweigert. Die Informationstafel, die die Bedeutung des Panchen Lama im tibetischen Buddhismus und die Lebensabschnitte des im Alter von sechs Jahren verschwundenen Jungen beschreibt, sollte am 25. April von Vertretern der drei größten Tibet-Organisationen in Deutschland, der Tibet Initiative Deutschland, der International Campaign for Tibet Deutschland sowie dem Verein der Tibeter in Deutschland an den Leiter des Museums für Asiatische Kunst, Prof. Dr. Willibald Veit, übergeben werden. "Die Weigerung ist für uns nicht nachvollziehbar und wir halten es für ein staatliches Museum unwürdig und inakzeptabel, sich jeder Auseinandersetzung mit der historischen und politischen Realität ihres Ausstellungsgegenstandes, der tibetischen Kultur, entziehen zu wollen", erklärte Kai Müller, ICT-Geschäftsführer.
Menschenrechtsdialog EU-China
Am 15./16. Mai beraten die Europäische Union und die Volksrepublik China im Rahmen des regelmäßig stattfindenden Menschenrechtsdialogs über die Menschenrechtslage in der Volksrepublik China. Das Treffen findet unter Vorsitz der deutschen Bundesregierung statt, die gegenwärtig die EU-Ratspräsidentschaft innehat. ICT hat der Europäischen Union einen Empfehlungskatalog hinsichtlich der politischen und menschenrechtlichen Lage in Tibet übergeben und auf die anhaltend schlechte Menschenrechtslage in Tibet hingewiesen.
ICT hierzu: „Der Menschenrechtsdialog kann ein wichtiges Instrument europäischer Menschenrechtspolitik sein, wenn Menschenrechtsprobleme mit Nachdruck thematisiert werden. Wir hoffen, dass die EU das Thema Tibet an prominenter Stelle ansprechen wird“.
Dalai Lama erneuert Wunsch nach Pilgerreise in die Volksrepublik China
Der Dalai Lama hat in einem Beitrag für die Zeitschrift Newsweek seinen Wunsch nach einer Pilgerreise in die Volksrepublik China bekräftigt. Ziel dieser Reise, so der Dalai Lama, könne der „Berg der fünf Gipfel“, chin. Wu T’ai Shan, in der Provinz Shanxi sein, der als bedeutende buddhistische Pilgerstätte schon vom 13. Dalai Lama, dem Vorgänger des jetzigen Dalai Lama, besucht worden war. Bei seinem ersten Aufenthalt in China im Jahre 1954 hatten die chinesischen Behörden dem 14. Dalai Lama eine Reise zum Wu T’ai Shan mit dem Hinweis verweigert, die Straßen seien unpassierbar. „Ich bin mir sicher, dass der Weg heute frei ist“, äußerte sich der Dalai Lama in Newsweek.
Mit einer Pilgerreise nach China wird allgemein die Hoffnung verbunden, dass sich die Beziehungen zwischen Tibetern und Chinesen verbessern könnten und eine Möglichkeit für ein direktes Gespräch zwischen dem Dalai Lama und Chinas Staatspräsident Hu Jintao ergebe. Zuletzt hatte das Europaparlament in einer Erklärung auf den entsprechenden Wunsch des Dalai Lama und der Exiltibeter hingewiesen.
Der Dalai Lama erhält den Medienpreis „Bild-Osgar“
Der Dalai Lama wird am 12. Mai den Medienpreis der Bild-Zeitung, den sog. „Bild-Osgar“ entgegennehmen. Eine Aufzeichnung der in Leipzig stattfindenden Preisverleihung wird am 14. Mai um 18.50 Uhr in der ARD zu sehen sein.


