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Tibet-News Januar 2007

Liebe FreundInnen und FörderInnen von Tibet,

am 26. Januar 2007 jährte sich die Inhaftierung Tenzin Delek Rinpoches zum fünften Mal. Er wurde fälschlicherweise für eine Serie von Bombenanschlägen in der Provinz Sichuan verantwortlich gemacht. Die Umstände der Verhaftung deuten darauf hin, dass die Anklage gegen Tenzin Delek politisch motiviert war. Nehmen Sie deshalb bitte an unserer Email-Aktion teil und fordern Sie seine Freilassung!

http://www.savetibet.org/de/aktion/aktion.php?id=1

Dr. Isabelle Riesenkampff

INHALT:

  1. Aktuelles
  2. Veranstaltungshinweise

1. Aktuelles

Chinesische Behörden verbieten Teilnahme an buddhistischen Feierlichkeiten

Tibetans Laut einer Mitteilung der Zeitung „La sa wan bao“ („Abendnachrichten“) in Lhasa ist u.a. tibetischen Mitgliedern der Kommunistischen Partei, Regierungsbeamten, pensionierten ehemaligen Behördenmitarbeitern sowie allen Studenten im Dezember 2006 verboten worden, an Feierlichkeiten des „Gaden Ngachoe“ Festes teilzunehmen, mit dem dem buddhistischen Lehrer Tsongkhapa gedacht werden sollte. Tsongkhapa hatte im 14. Jahrhundert die Gelugpa Schule im tibetischen Buddhismus gegründet. Das Verbot, an Feierlichkeiten eines wichtigen buddhistischen Festtages teilzunehmen, dokumentiert das Bestreben der derzeitigen Führung, fast alle traditionellen religiösen Praktiken in der Region zu unterbinden und die politische Kontrolle über die Religionsausübung in der Gesellschaft und in den Klöstern zu erweitern. In den letzen Monaten ist die Feindseligkeit von offizieller chinesischer Seite gegenüber dem Dalai Lama merklich gewachsen.

Mehr zu diesem Thema finden Sie unter folgendem Link: http://www.savetibet.org/de/news/news.php?id=297

Tibetische Schriftstellerin Woeser sendet Beiträge im Radio Free Asia

Woeser

Die tibetische Schriftstellerin Wei Se Woeser, deren Bücher in China und Tibet verboten und deren Blogs im Internet von der chinesischen Regierung geschlossen wurden, nutzt nun das Radio. Laut einer Stellungnahme auf der Website des Radio Free Asia vom 6. Januar 2007 wird die Tibetabteilung jeden Samstag um 7 Uhr und 9 Uhr ein neues Programm auf Tibetisch ausstrahlen, dass „Woeser´s Forum“ heißen wird. Im Programm werden tibetische Übersetzungen der Schriften von Woeser über tibetische Religion, Kultur, Wirtschaft und Politik vorgestellt werden. Wei Se Woeser ist eine bekannte tibetische Schriftstellerin. Zu ihren Veröffentlichungen gehören ein Gedichtband, tibetische Aufzeichnungen und zwei Bücher über die Kulturrevolution. Übersetzungen ihrer Schriften ins Englische können unter folgendem Link eingesehen werden:

http://www.tibetwrites.org/articles/woeser/index.html

Angst der Tibeter vor Marginalisierung wächst

HRW

Die in New York ansässige NGO Human Rights Watch erklärte, dass die Eröffnung der Bahnlinie nach Lhasa im Juli 2006 „die Angst der Tibeter, dass sie wirtschaftlich nicht mehr mit dem absehbaren Zustrom von Han-Chinesen konkurrieren können, steigere.“ In ihrem "Weltbericht" 2007, der am 11. Januar 2007 veröffentlicht wurde, fasste Human Rights Watch einige Entwicklungen in Tibet zusammen. Generell erklärte der Bericht, dass „China sich rückwärts bewege“.

Der Geschäftsführer von Human Rights Watch, Kenneth Roth, kritisierte die chinesische Regierung, dass sie menschenrechtsverletzende Länder unterstützt und sagte: „Wir hoffen, dass ein Land, dass so eifrig nach dem Symbol des internationalen Fair Play - den Olympischen Spielen - strebt, seine internationale Solidarität nicht durch den Blick auf die Opfer seiner tyrannischen Partner verspielt.“

Um einen ausführlichen Bericht auf Englisch zu lesen, klicken Sie bitte auf folgenden Link: http://www.savetibet.org/news/newsitem.php?id=1080

EU-Ratspräsidentschaft: Deutschland muss sich für Tibet stark machen

EU "Die Bundesregierung muss sich in den kommenden sechs Monaten mit Nachdruck für die Lösung der Tibetfrage einsetzen", fordert ICT. Die Organisation veröffentlichte ihren Empfehlungskatalog "Für eine aktive Tibetpolitik der deutschen EU-Ratspräsidentschaft", der, so ICT-Geschäftsführer Kai Müller, "eine Messlatte für die Menschenrechtspolitik der Bundesregierung gegenüber China darstelle".

Tibetunterstützer in Deutschland und weltweit erwarten, dass Deutschland die schlechte Menschenrechtslage in Tibet engagiert und nachhaltig thematisiert. China muss insbesondere vor den Olympischen Spielen 2008 mit klaren Worten zu deutlichen Änderungen seiner Tibetpolitik aufgefordert werden. "Die EU spielt dabei eine äußerst wichtige Rolle", unterstrich Müller. Die Bundesregierung dürfe sich bei gravierenden Menschenrechtsverstößen wie etwa der brutalen Tötung eines tibetischen Flüchtlings im September 2006 nicht mit Ausflüchten abspeisen lassen, sondern müsse der chinesischen Staatsführung zeigen, dass es ihr ernst ist.

Um die vollständige Pressemitteilung einzusehen, klicken Sie bitte hier: http://www.savetibet.org/de/news/news.php?id=301

Lake

Chinesischer Aktivist erhält Anti-Nuklear-Preis für eine Kampagne gegen eine Uranmine in Tibet

Der chinesische Aktivist Sun aus Gansu berichtete erstmals 1988 über den illegalen Verkauf verseuchter Ausrüstung, illegalen Bergbau und verantwortungslosen Verbrauch von Rohwasser, als er als Leiter einer Lagerhalle in der 'Mine Nr. 792' arbeitete. Wegen seiner zahlreichen Petitionen an die Provinz- und Zentralregierung wurde er 1994 entlassen. Trotz andauernder Schikanen setzte sich Sun weiter gegen illegalen Bergbau ein.

Sun erlebte, wie eine Region mit vormals grünen Feldern, reinem Wasser und Wäldern mit reicher Tierwelt zu Ödland wurde, in dem Pflanzen verkümmern, Viehbestände dezimiert werden und eine hohe Zahl von Krebsfällen zu verzeichnen ist. Tibetische Gesundheitsexperten führen fast die Hälfte der Todesfälle in der Region auf verschiedene durch Radioaktivität bedingte Krebsarten und Immunsystemdefekte zurück.

Französische Reiseagentur erklärt “Erwähnen Sie nicht Tibet”

Die französische Presse berichtete über einen 65-seitigen Reiseführer, “Chinesische Touristen: Wie heiße ich sie willkommen?”, der vom französischen Tourismusministerium mitproduziert wurde und den Lesern erklärt, dass „sie es vermeiden sollten, mit Chinesen über Politik, z. B. die Ereignisse am Tiananmen- Platz oder strategische Fragen über Taiwan oder Tibet zu sprechen“. Der Reiseführer wurde von französischen Menschenrechtsaktivisten und Tibetfreunden kritisiert. Francis Perrin, eine Sprecherin von amnesty international in Frankreich, sagte, dass der Ratschlag des französischen Ministeriums mit dem zurückhaltenden Ansatz einhergehe, den Frankreich und andere europäische Regierungen gegenüber China in den letzten Jahren verfolgen.

2. Veranstaltungshinweise

Losar 2134

  • Datum: 17. Februar
  • Zeit: 19 Uhr
  • Ort: Festsaal Kreuzberg, Berlin

Am 17. Februar wird die tibetische Neujahrsparty, Losar 2134, im Festsaal in Kreuzberg in Berlin gefeiert. An der Veranstaltung nehmen namhafte Künstlerinnen und Künstler wie Nina Hagen, Miss Tibet 2003, DJ Wladimir Kaminer, Lama Gelek und viele andere teil. Der Erlös der Veranstaltung geht an das Dorf Hamdok und das dortige Kloster Bangsa.

Dalai Lama in Hamburg

DL

Vom 21. bis zum 27. Juli 2007 wird der Dalai Lama nach Hamburg kommen, um Vorträge zu halten und buddhistische Unterweisungen zu geben. Informieren Sie sich schon jetzt beim Veranstalter, dem Tibetischen Zentrum in Hamburg, und sichern Sie sich Ihre Karte unter:

http://www.dalailama-hamburg.de/index.php?id=3


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