Tibet-News Oktober 2006
Liebe FreundInnen und FördererInnen von Tibet,
willkommen zur Oktoberausgabe unseres elektronischen Newsletters. Am 17. Oktober veranstaltet die International Campaign for Tibet in Berlin eine Podiumsdiskussion zum Thema „China im Aufbruch - mit oder ohne Religion". Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme. Auch unsere Ausstellung zum Panchen Lama, die bis zum 18. Oktober im Foyer des Rathauses stehen wird, ist sehenswert!
Eine spannende Lektüre wünscht
Dr. Isabelle Riesenkampff
INHALT:
Dalai Lama beliebteste internationale Persönlichkeit in Deutschland
Eine Umfrage des Forschungsinstituts Forsa belegt, dass der Dalai Lama die Persönlichkeit auf internationalem Gebiet ist, die die Deutschen am meisten bewundern. Die Erhebung, die vom Nachrichtenmagazin „Stern“ in Auftrag gegeben worden war, zeigt, dass 61 Prozent der Bevölkerung den Dalai Lama als Vorbildfigur sehen. UN-Generalsekretär Kofi Annan wurde mit 56 Prozent an zweiter und Papst Benedikt mit 51 Prozent an dritter Stelle genannt. Auch bei einer Umfrage des Magazins Geo Wissen, die im Jahr 2002 durchgeführt wurde, landete der Dalai Lama auf Platz eins der Liste der Personen, die die Deutschen am meisten schätzen.
Europäisches Parlament verabschiedet kritischen China-Bericht
Das Europäische Parlament hat einen Bericht verabschiedet, in dem die Menschenrechtssituation in China und Tibet stark kritisiert wird. Der Bericht wurde mit 351 Ja-Stimmen beschlossen und am 9. September, während des Gipfeltreffens zwischen China und der EU in Helsinki, behandelt. Der Bericht beklagt „den Widerspruch zwischen der in der Verfassung garantierten Glaubensfreiheit [...] und der anhaltenden Einmischung des Staates in religiöse Angelegenheiten" und äußert Besorgnis darüber, dass „die Anwendung von Folter weit verbreitet bleibt."
Den vollständigen Bericht können Sie hier einsehen.
Tibet-Unterstützer erinnern während des Besuchs des Ministerpräsidenten Wen Jiabao an Menschenrechtsverletzungen in der Volksrepublik
Aus Anlass des Staatsbesuchs von Ministerpräsident Wen Jiabao, der am 13. September die CHINA TIME in Hamburg eröffnete und an einem deutsch-chinesischen Wirtschaftstreffen teilnahm, erinnerten Tibet-Unterstützer durch eine Ausstellung im Hamburger Kaiser-Friedrich Gymnasium und eine Mahnwache an die Menschenrechtsverletzungen in der Volksrepublik China. „Die chinesische Wirtschaftspolitik bedroht die Kultur und Gesellschaft Tibets. Tibeter haben keine Möglichkeit, über ihre wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft zu entscheiden und werden stattdessen durch ein fremdes Entwicklungsmodell systematisch an den Rand der Gesellschaft gedrängt“, so ICT-Geschäftsführer Kai Müller. Gast bei der Ausstellungseröffnung war der von ICT und anderen Tibet-Unterstützern eingeladene bekannte tibetische Schriftsteller und Dissident Jamyang Norbu.
ICT veröffentlicht UNO-Bericht in tibetischer Sprache
Die International Campaign for Tibet hat am 20. September die tibetische Übersetzung des UNO-Berichtes veröffentlicht, der die China- und Tibetreise des UN-Sonderberichterstatters für Folter, Manfred Nowak, aus dem Jahr 2005 dokumentiert. Der Bericht mit dem Titel „Den Willen brechen: Der Bericht des UN-Sonderbotschafters für Folter über seine China-Mission 2005“ wurde in Genf am selben Tag im Rahmen eines Briefings vorgelegt, an dem Manfred Nowak die Originalversion dem UNO-Menschenrechtsrat vorstellte. Tsering Jampa, Geschäftsführerin der International Campaign for Tibet Europe erklärte, dass der Bericht der Vereinten Nationen in tibetischer Sprache veröffentlicht werde, damit vor allem Tibeter in Tibet Zugang zu dem Datenmaterial erhalten.
Der Bericht in englischer, tibetischer und chinesischer Sprache kann unter folgendem Link eingesehen werden: http://www.savetibet.org/documents/pdfs/TibetanTortureReport.pdf
Dalai Lama erhält Congressional Gold Medal
Der US-amerikanische Kongress hat beschlossen, dem Dalai Lama die "Congressional Gold Medal" und damit die höchste Auszeichnung zu verleihen, die eine Privatperson in den Vereinigten Staaten erhalten kann. Diese Ehrung wird ihm für sein gewaltfreies Eintreten für die Menschenrechte zuteil und ist Ausdruck dafür, welche große Unterstützung das geistige Oberhaupt Tibets weltweit nach wie vor genießt. Seit mehr als 200 Jahren ehrt der US-Kongress herausragende Persönlichkeiten durch die Vergabe der Goldmedaille. Zu den Empfängern dieser Auszeichnung gehören George Washington, Papst Johannes Paul II. und Nobelpreisträger wie Nelson Mandela und Elie Wiesel.
Mehr dazu unter: http://www.savetibet.org/news/newsitem.php?id=1025
Podiumsdiskussion zum Thema „China im Aufbruch - mit oder ohne Religion?“
- Datum: 17. Oktober
- Zeit: 19 Uhr
- Ort: Goldener Saal, Rathaus Schöneberg, Berlin
Obwohl mehr als 100 Millionen Menschen in China verschiedenen Religionsgemeinschaften angehören, wird die freie Religionsausübung massiv eingeschränkt. Haben Verfassungsänderungen und neue Vorschriften aus den letzten beiden Jahren Gläubigen aus China mehr Freiheit gebracht? Was sind die Möglichkeiten deutscher und internationaler Politik auf China einzuwirken? Diese Fragen stellen sich: Erkin Alptekin, Präsident des Welt-Uigur-Kongresses, Dr. Georg Evers, Missio-Deutschland, Holger Haibach MdB, Vorsitzender des Tibet-Gesprächskreises im Deutschen Bundestag, Kai Müller, International Campaign for Tibet und Dirk Pleiter, amnesty international. Moderiert wird die Veranstaltung vom Berliner Journalisten Martin Reiner. Über Ihr Kommen würden wir uns sehr freuen!
Panchen Lama Ausstellung
- Datum: bis 18. Oktober
- Zeit: durchgehend geöffnet
- Ort : Foyer im Rathaus Schöneberg
Die Ausstellung dokumentiert das traurige Schicksal des im Alter von sechs Jahren von den chinesischen Behörden entführten Panchen Lamas Gedhun Choekyi Nyima. Zudem geben die Stellwände dem Betrachter eine klare Übersicht über die Geschichte Tibets und die heutige Situation der Tibeter. Angehängten Flugblättern sind Hintergrundsinformationen und wichtige Aussagen des Dalai Lamas zu entnehmen.
Tibetischer Film: Angry Monk
- Datum: 12. Oktober
- Zeit: 20 Uhr
- Ort : Filmtheater am Friedrichshain, Berlin
Am 12. Oktober wird der Filmproduzent Luc Schädler seinen Film "Angry monk" im Filmtheater am Friedrichshain vorstellen. Der Film handelt vom Leben und Wirken des Mönchs Gendun Choephels (1903-1952), der sich vom Klosterleben ab - und der Moderne zuwendete. Für viele junge Tibeter ist er heute ein Vorbild für eine neue Entwicklung Tibets.
"Angry Monk" wird am 12. Oktober ebenfalls im City-Kino in München und im Friedrichsbau in Freiburg anlaufen.
Eine nähere Beschreibung des Films finden Sie unter: http://www.zorrofilm.de/de/upcoming_profile.php?id=182
ICT öffnet Büro in Brüssel
Mit der Öffnung ihres Büros in Brüssel am 1. September 2006 hat die International Campaign for Tibet ihre Arbeit gegenüber der EU deutlich verstärkt. „Wir wollen mit unserer neuen Vertretung die Tibetfrage fest in der europäischen Politik verankern“, erklärte Tsering Jampa, Geschäftsführerin von ICT-Europe in Amsterdam. „Dies ist ein Signal an die EU und an die chinesische Regierung, dass sie die Tibetfrage ernst nehmen müssen“, so Jampa weiter. Die EU spielt eine herausragende Rolle bei der friedlichen Lösung des Konflikts.
„Tibetan visions": ICT Kalender für 2007
Der neue ICT-Kalender zeigt Werke tibetischer Gegenwartskünstler, die über die Grenzen von Tradition und Kultur hinweg ihr Bild von der tibetischen Gesellschaft zeichnen. Mit dem Kauf eines Kalenders unterstützen Sie den friedlichen Einsatz für Tibet!
Sie können ihn unter folgender Emailadresse bestellen:Ict-d@savetibet.org


