Tibet-News August 2006
Liebe FreundInnen und FördererInnen von Tibet,
willkommen zur August-Ausgabe des elektronischen Newsletters! Am ersten Juli wurde die Bahnlinie nach Lhasa in Betrieb genommen und sicherlich haben Sie auch in den Tageszeitungen einiges darüber gelesen! Des Weiteren freuen wir uns sehr, dass Nyima Choedron, die Partnerin von Bangri Rinpoche, vorzeitig aus der Haft entlassen wurde!
Eine spannende Lektüre wünscht
Dr. Isabelle Riesenkampff
Einweihung der neuen Bahnlinie nach Lhasa - Peking verschärft politische Repression in Tibet
Die neue Eisenbahnlinie, die China mit dem tibetischen Hochplateau verbindet, wurde am 1. Juli offiziell eingeweiht. Begleitet wurde die von Peking als historisch bezeichnete Inbetriebnahme des milliardenschweren Infrastrukturprojektes von einem immer repressiver werdenden politischen Klima. Die chinesische Führung hat Sicherheitsvorkehrungen verschärft, „patriotische Erziehungskampagnen“ und ihre „strike-hard“-Kampagne intensiviert. Gleichzeitig hat der Parteichef der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) in Tibet, Zhang Qingli, verkündet, es werde einen „Kampf bis zum Tod“ gegen den Dalai Lama und seine Unterstützer geben.
Um mehr zu diesem Thema zu erfahren, klicken Sie bitte auf folgende Links:
ICT hat aus Anlass der Einweihung der Bahnlinie am 1. Juli den Bericht "Repressionen nehmen zu - Tibet-Bahnlinie wird eröffnet" veröffentlicht:http://www.savetibet.org/documents/document.php?id=183
Weltweite Proteste begleiten Eröffnung der Eisenbahnlinie nach Lhasa- Pekings Milliardenprojekt ist eine Gefahr für die Menschenrechte und den Frieden in der Region:http://www.savetibet.org/de/news/news.php?id=250
Sicherheitsvorkehrungen bei der Eröffnungszeremonie der Bahnlinie:http://www.savetibet.org/de/news/news.php?id=254
Politische Gefangene vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen
Nyima Choedron, eine Lehrerin aus Lhasa, die wegen des Vorwurfs „separatistischer Tendenzen“ bereits zehn Jahre in Haft verbracht hat, wurde laut Aussagen der in den Vereinigten Staaten ansässigen „Dui-Hua-Stiftung“ ein Jahr vor Beendigung ihrer Haftstrafe vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen. Nyimas Partner, der vierzigjährige Bangri Tsamtrul Rinpoche, der frühere Leiter und Mitbegründer der Gyatso-Schule, verbüßt wegen des gleichen Vorwurfs eine Haftstrafe von achtzehn Jahren. Nach ihrer Freilassung im Februar konnte Nyima ihre siebenjährige Tochter wieder sehen und Bangri Rinpoche im Chushur-Gefängnis (chin.: Qushui) besuchen.
Einen ausführlicheren Bericht zur Freilassung von Nyima Choedron können Sie hier einsehen:http://www.savetibet.org/de/news/news.php?id=255
Besuch des Präsidenten des Europäischen Parlaments in China und Tibet
Der Präsident des Europäischen Parlaments, Josep Borrell, hat vom 8. bis zum 14. Juli zum ersten Mal offiziell die Volkrepublik China besucht. In den ersten Tagen seiner Staatsvisite war er auch in Tibet. Zu seinem dortigen Aufenthalt sagte er: „Ich mache mir immer noch um die Tibet-Frage Sorgen. Ich sprach einzelne Menschenrechtsfälle an (den Panchen Lama, Tenzin Delek Rinpoche). Trotz des wiederholten Wunsches des Dalai Lamas eine friedlich ausgehandelte Lösung für das Tibetproblem zu finden, die auf dem Prinzip der Ein-China-Politik basiert und sich im Rahmen der chinesischen Verfassung, die das Europäische Parlament voll unterstützt, befindet, scheint es mir, dass meine Gesprächspartner von seiner Aufrichtigkeit nicht überzeugt sind.“
Mehr zu diesem Thema finden Sie hier:http://www.savetibet.org/de/news/news.php?id=258
Nach der Verbreitung von falschen Gerüchten warten tausende Tibeter in Amdo auf den Dalai Lama
Tausende Tibeter sind in den letzten Tagen ins Kumbum Kloster nach Amdo (Provinz: Qinghai) gereist, nachdem das Gerücht verbreitet worden war, dass dort der Dalai Lama sei. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden in Kumbum erhöht, man eröffnete sogar einen Kontrollposten in der Nähe des Klosters und am Wochenende des 15. und 16. Juli wurden die meisten Tibeter aufgefordert, den Ort wieder zu verlassen. Die Gerüchte waren falsch, der Dalai Lama befindet sich derzeit in Indien. Berichten zufolge, die ICT erhielt, konnten die Tibeter in der Gegend allerdings nicht überprüfen, ob die Gerüchte falsch oder wahr waren, da ihnen keine vertrauenswürdigen Informationsquellen zur Verfügung standen.
Wenn Sie mehr darüber lesen wollen, klicken Sie bitte hier:http://www.savetibet.org/de/news/news.php?id=256
China unzufrieden mit Nepals Flüchtlingspolitik
Nachdem in den Medien berichtet wurde, dass eine große Anzahl tibetischer Flüchtlinge, die in Nepal leben, in den Vereinigten Staaten angesiedelt werden sollen, schickte China einen Gesandten nach Katmandu, um Druck auf die nepalesische Regierung auszuüben. Chinas Vize-Außenminister Wu Daewi fuhr am 27. Juli für drei Tage nach Nepal, um den Status der dort lebenden Tibeter mit dem neuen nepalesischen Premierminister Girija Trasad Koirala zu diskutieren. Laut Peking sind tausende Tibeter, die jedes Jahr über Nepal in Drittländer fliehen „illegale Einwanderer“, und sollten entweder zurück nach China deportiert oder von der nepalesischen Gesetzgebung wie „illegale Besucher“ behandelt werden.

