Tibet-News Juli 2006
Liebe FreundInnen und FördererInnen von Tibet,
willkommen zur Juli-Ausgabe des elektronischen Newsletters! Da sich ICT aktiv gegen Folter in Tibet einsetzt und am 26. Juni international der Folteropfer gedacht wurde, bitten wir Sie, an unserer Emailaktion für das Folteropfer Bangri Rinpoche teilzunehmen!
Eine spannende Lektüre wünscht
Dr. Isabelle Riesenkampff
INHALT:
Eisenbahnlinie nach Lhasa
Am 1. Juli findet die Einweihungsfeier der Eisenbahnlinie nach Lhasa statt, bei der - Berichten zufolge - auch Staatspräsident Hu Jintao erwartet wird. Der Bau der Eisenbahnlinie führt die 40 Jahre alten Pläne Mao Zedongs zu Ende, die Region zu erschließen und sie an China zu binden. Die Linie ist für das Überleben Tibets einmaliger religiöser, kultureller und sprachlicher Identität eine große Bedrohung. Sie wird den Zustrom chinesischer Einwanderer nach Tibet erleichtern, eine weitere Militarisierung der Region nach sich ziehen und die Ausbeutung der Bodenschätze mit der Folge unkalkulierbarer Umweltrisiken beschleunigen.
Eine Broschüre von ICT zu diesem Thema können Sie unter folgendem Link einsehen:http://www.savetibet.org/documents/document.php?id=34
Folter in Tibet weit verbreitet und systematisch angewandt
Elektroschocks, Schläge mit Schlagstöcken an sensiblen Körperstellen wie Kopf, Gesicht, Mund, Nase und Ohren, Schlafentzug, Nahrungsentzug und Isolationshaft in Zellen ohne Tageslicht: so sieht die Realität vieler politischer Gefangener in Tibet aus. Auch Bangri Tsamtrul Rinpoche litt in den letzten Jahren unter der Folter durch chinesische Sicherheitsbeamte. Laut Augenzeugenbericht wurde er während seiner Haftstrafe ins Krankenhaus gebracht und dort mit den Hand- und Fußgelenken ans Bett gefesselt, obwohl er zu schwach war, sich zu bewegen. Der UN-Sonderberichterstatter für Folter, Dr. Manfred Nowak, der Bangri Rinpoche im letzten Jahr im Chusur-Gefängnis besuchen konnte, berichtet ebenfalls von zahlreichen Misshandlungen.
Handeln Sie jetzt, um Folter in Tibet zu stoppen und nehmen Sie an unserer Email-Aktion teil! http://www.savetibet.org/de/aktion/aktion.php?id=4
20. Juni- Weltflüchtlingstag
Am 20. Juni wird weltweit der Lage der Flüchtlinge gedacht. Auch bis zu 3000 Tibeter begeben sich jährlich auf eine gefährliche Flucht über den Himalaja, um über Nepal nach Indien zu gelangen. Sie fliehen vor den Menschenrechtsverletzungen und Repressionen, die sie in Tibet erleiden müssen. Durch Beobachter vor Ort recherchiert die International Campaign for Tibet (ICT) die Flüchtlingssituation in Nepal und gibt jährlich den Bericht "Gefährliche Flucht" heraus.
Den am 20. Juni veröffentlichten Bericht können Sie unter folgendem Link einsehen: http://www.savetibet.org/documents/pdfs/2005RegufeeReportGerman.pdf
Erzbischof Tutu überzeugt davon, dass die Tibeter Unterdrückung überwinden werden
Friedensnobelpreisträger Erzbischof Desmond Tutu hat am 1. Juni den Light of Truth Award 2006 von International Campaign for Tibet entgegen genommen. „Ich fühle mich geehrt, dass mir der Light of Truth Award vom Dalai Lama, einem Mann überreicht wird, den ich meinen Freund nennen darf. Dass wir uns hier treffen zeigt, dass unsere Begeisterung dafür, andere Glaubensrichtungen und andere Völker zu verstehen, ungetrübt bleibt.“
Erzbischof Tutu hielt eine bewegende, oft auch humorvolle Rede über seine Freundschaft mit dem Dalai Lama. Zudem zog er viele Parallelen zwischen dem Widerstand gegen das südafrikanische Apartheidsregime und dem Einsatz der Tibeter für Freiheit und Gerechtigkeit. „Schlechte Menschen haben nicht das letzte Wort. Gerechtigkeit, das Gute, Mitgefühl und Liebe werden sich durchsetzen. Und wir riefen dem Apartheitsregime zu: „Kommt auf die Gewinnerseite!“ Und auch der Dalai Lama und das tibetische Volk sind auf dieser Gewinnerseite.“, konstatierte der südafrikanische Nobelpreisträger.
Um einen im International Herald Tribune veröffentlichten Artikel zu dieser Veranstaltung zu lesen, klicken Sie bitte hier (englisch): http://www.savetibet.org/news/newsitem.php?id=985
Kanada verleiht Ehrenbürgerwürde an den Dalai Lama
Das kanadische Parlament hat am 22. Juni einstimmig beschlossen, dem 14. Dalai Lama die höchste Ehrung des Landes, die Ehrenbürgerschaft, zu verleihen. Der Dalai Lama ist damit der dritte Nicht-Kanadier, dem diese hohe Auszeichnung zuteil wird. Zuvor waren Raoul Wallenberg im Jahre 1985 und Nelson Mandela im Jahre 2001 geehrt worden. Der Dalai Lama wird Kanada im September 2006 besuchen.
Europäisches Parlament will politischen Druck auf China bis 2008 erhöhen
Bei ihrer Sitzung am 14. Juni diskutierte die Tibet - Intergroup des Europäischen Parlaments (TIG) über „Tibet und die olympischen Spiele 2008“. Der Koordinator der Olympia- Kampagne des International Tibet Supportgroup Network (ITSN) berichtete den Abgeordneten über die weltweiten Aktivitäten der Tibet-Unterstützergruppen bezüglich der Spiele in Peking 2008. In der Sitzung, an der rund 50 Abgeordnete und Mitarbeiter des Europäischen Parlaments teilnahmen, war man sich einig, dass schon jetzt der politische Druck auf China erhöht werden müsse, um eine Verbesserung bei der Tibetfrage zu erzielen.
Der Dalai Lama in Hamburg: Frieden lernen - Die Praxis der Gewaltlosigkeit
Schon jetzt möchten wir auf den Besuch des Dalai Lama im nächsten Jahr in Hamburg hinweisen. Er wird vom 21.-27. Juli 2007 öffentliche Vorträge halten. Nähere Informationen und Anmeldeformulare können Sie unter folgendem Link einsehen:
http://www.dalailama-hamburg.de

