Tibet-News Juni 2006
Liebe FreundInnen und FördererInnen von Tibet,
willkommen zur Juni-Ausgabe des elektronischen Newsletters! Auch in diesem Monat gibt es wieder viel zu berichten. Bundeskanzlerin Merkel sprach bei ihrem Staatsbesuch in China die Tibetproblematik an, in Nepal stellen die Behörden wieder Reisepapiere für Tibeter aus und ICT vergibt den „Light of Truth Award“ an Tintin und Tutu.
Eine spannende Lektüre wünscht
Dr. Isabelle Riesenkampff
INHALT:
Bundeskanzlerin Merkel spricht bei Staatsbesuch Tibetfrage an
Während ihres Staatsbesuchs in der Volksrepublik China hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Menschenrechtslage in China und u. a. die Tibetproblematik angesprochen. Medienberichten zufolge warb sie für direkte Gespräche zwischen der chinesischen Regierung und dem Dalai Lama und für mehr Religionsfreiheit in Tibet. Auch Probleme wie die Zensur des Internets in China blieben nicht unerwähnt. Die Bundeskanzlerin war am 22. Mai mit Staats- und Parteichef Hu Jintao und Ministerpräsident Wen Jiabao zusammengetroffen.
Mehr Informationen erhalten Sie unter: http://www.savetibet.org/de/news/news.php?id=242
Reisegenehmigungen für Tibeter in Nepal
Tibetern in Nepal werden wieder Reisedokumente für die Reise nach Indien ausgestellt. Noch am 18. Mai hatte das Europäische Parlament eine Resolution verabschiedet, in der es forderte, „die Aufschiebung der Ausstellung von Reisegenehmigungen sofort zu beenden.“
Seit November 2005 konnten in Nepal ansässige Tibeter nicht aus dem Land ausreisen, da die nepalesische Regierung sich weigerte, die nötigen Dokumente auszustellen. Dies hatte zur Folge, dass viele Tibeter, die im Januar 2006 das Kalachakra (buddhistische Belehrungen des Dalai Lama) in Nordindien besuchen wollten, nicht teilnehmen konnten.
Die vollständige Textversion der Resolution des Europäischen Parlaments können Sie hier einsehen (englisch): http://www.savetibet.org/documents/document.php?id=168
China erhält einen Sitz im neuen Menschenrechtsrat
Trotz der Aufforderungen verschiedener Menschenrechtsorganisationen, ihre Kandidatur nicht zu unterstützen, wurde im Mai die Volksrepublik China in den neuen UN-Menschenrechtsrat gewählt. China erhielt 146 von 191 möglichen Stimmen und wurde somit als achter asiatischer Staat in den Kreis der Mitglieder aufgenommen. Die Wahl kommentierend sagte Kai Müller, Geschäftsführer von ICT Deutschland: „Wir sind natürlich sehr enttäuscht darüber, dass so viele Mitgliedsstaaten Chinas Menschenrechtsverletzungen in Tibet keine Beachtung schenken. Aber die Wahl Chinas in den Rat ist auch mit gewissen Pflichten verbunden und ICT wird darauf pochen, dass die Volksrepublik ihre Kandidatur nicht als Persilschein versteht und missbraucht. Wir sind gespannt auf die regelmäßige Überprüfung der Menschenrechtslage in China, der sich die Volksrepublik als Mitglied des Rates unterworfen hat.“
Wenn Sie mehr zu diesem Thema lesen wollen, klicken Sie bitte hier:http://www.savetibet.org/de/news/news.php?id=238
Phuntsog Nyidron nimmt den Reebok-Preis für Menschenrechte entgegen
Sichtlich gerührt von den standing ovations nahm Phuntsog Nyidron den Reebok Menschenrechtspreis entgegen, den sie bereits im Jahr 1995 gewonnen hatte. Phuntsog Nyidron, die am 15. März aus China ausgereist war, konnte erst in diesem Jahr an der Preisverleihung im Skirball Center der New Yorker Universität teilnehmen, da sie 1995 noch in chinesischer Haft saß.
Der Reebok Menschenrechtspreis ehrt junge Menschen unter 30, die sich unter hohen persönlichen Risiken auf gewaltfreie Art und Weise für die Menschenrechte in ihrem Land einsetzen. Dieses Jahr wurden Li Dan, ein chinesischer Anti-Aids Aktivist, Rachel Lloyd, eine amerikanische Rechtsanwältin, die sich für sexuell missbrauchte Kinder einsetzt, Khurram Parvez, ein Verfechter des Friedens und der Menschenrechte in Kashmir, Otto Saki, ein politischer Aktivist in Simbabwe und Phuntsog Nyidron ausgezeichnet.
Mehr Informationen zu diesem Thema erhalten Sie unter: http://www.savetibet.org/news/newsitem.php?id=977
Jigme Gyatso
Der Tibeter Jigme Gyatso wurde am 30. März 1996 in Lhasa verhaftet, da er der Gründung einer tibetischen illegalen Organisation beschuldigt wurde. Einem Bericht des Tibetischen Zentrums für Menschenrechte und Demokratie (TCHRD) zufolge, verteilte Jigme Gyatso Flugblätter und brachte Plakate an, in denen er sich für die Unabhängigkeit Tibets aussprach. Zudem gründete er im Jahr 1992 eine Untergrundorganisation namens "Association of Tibetan Freedom Movement". Er war ursprünglich zu einer fünfzehnjährigen Haftstrafe verurteilt worden, die allerdings im März 2004 um zwei Jahre verlängert wurde, nachdem er im Gefängnis "Lang lebe der Dalai Lama" gerufen hatte.
Handeln Sie jetzt für die Freiheit Jigme Gyatsos und nehmen Sie an unserer Online-Aktion teil!http://www.savetibet.org/de/aktion/jigmegyatsoaction.php
Neue Informationen über die tibetischen Gefangenen Bangri Tsamtrul Rinpoche und Choegying Khedrub finden Sie hier: http://www.savetibet.org/de/news/news.php?id=239
Tintin und Tutu werden vom Dalai Lama geehrt
Am 1. Juni überreicht der 14. Dalai Lama dem Erzbischof Desmond Tutu und der belgischen Hergé-Stiftung den „Light of Truth Awards“ der International Campaign for Tibet (ICT) in Brüssel. Mit dem Preis werden Persönlichkeiten und Organisationen ausgezeichnet, die sich besonders um das Verständnis Tibets in der Öffentlichkeit verdient gemacht haben. Erzbischof Tutu erhält den „Light of Truth Award“ für sein Eintreten für die Rechte unterdrückter Völker nicht nur in Südafrika, sondern in der ganzen Welt. Die Hergé-Stiftung erhält den Preis, weil sie 2001 verhinderte, dass das Buch „Tintin in Tibet“ zu „Tintin im chinesischen Tibet“ umgedeutet wurde. Die Stiftung hatte die chinesischen Verleger seinerzeit aufgefordert, die bereits gedruckte Version wieder einzuziehen.
Mehr dazu unter: http://www.savetibet.org/de/news/news.php?id=241
Neue Website
Jedes Haus braucht einmal einen neuen Anstrich. So haben auch wir Anfang Mai eine neue Website bekommen, über die wir uns sehr freuen! Wir hoffen auf zahlreichen „virtuellen“ Besuch unter www.savetibet.de

