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Publikationen

Tibet-News Mai 2006

Liebe FreundInnen und FördererInnen von Tibet,

willkommen zur vierten Ausgabe des elektronischen Newsletters in diesem Jahr. Bitte nehmen Sie an unserer Email-Aktion für den Panchen Lama teil. Da sich am 17. Mai seine Gefangenschaft zum 11. Mal jährt, wollen wir auch eine Mahnwache für ihn am Potsdamer Platz in Berlin veranstalten. Bitte unterstützen Sie den Panchen Lama durch ihre Anwesenheit! Nähere Informationen können Sie der Rubrik „Veranstaltungshinweise“ entnehmen.

Auf Ihr Kommen freut sich das ICT-Team.

Kai Müller, Daniela Mieritz, Erich Mayer und Isabelle Riesenkampff

INHALT:

  1. Aktuelles
  2. Veranstaltungshinweise

1. Aktuelles

Das erste Welt-Buddhisten-Forum in China

Panchen Lama

Die Volksrepublik China richtete vom 13. bis zum 16. April das erste Welt-Buddhismus-Forum in der ostchinesischen Provinz Zhejiang aus. Obwohl an diesem Forum über 1000 buddhistische Meister und bekannte Gelehrte aus mehr als 30 Ländern teilnahmen, wurden bedeutende Persönlichkeiten des Buddhismus, wie der Dalai Lama, der tibetische Panchen Lama und der Karmapa nicht eingeladen. Die Volksrepublik China versucht mit dieser Veranstaltung primär, ihr angeschlagenes Image in Sachen Religionsfreiheit aufzubessern. Glaubens- und Religionsfreiheit unterliegen in China und Tibet massiven Einschränkungen. Zudem will Peking mit der Einsetzung eines falschen Panchen Lama und durch das Verschwindenlassen des echten Panchen Lama, Gedhun Choeki Nyima, massiv in die religiöse und kulturelle Tradition Tibets eingreifen – aus offensichtlichen politischen Gründen. Tibetischen Buddhisten, die den Dalai Lama oder den echten Panchen Lama anbeten, drohen: Ausschluss aus Klöstern, Aufenthalte in „Umerziehungslagern“ oder lange Haftstrafen sowie Folter und andere erniedrigende, grausame oder unmenschliche Strafe. Auch das Welt-Buddhisten-Forum wird Opfer chinesischer Politik: der Welt wird ein falscher Panchen Lama präsentiert, der als Marionette Pekings von Tibetern nicht anerkannt wird. Mit dem Ziel, der Welt vorzugaukeln, China würde den tibetischen Buddhismus und seine Traditionen respektieren.

Äußern auch Sie Ihren Unmut über Chinas Showveranstaltung und fordern Sie die Freilassung des echten Panchen Lama! http://www.savetibet.org/de/aktion/plaction.php

Ist die Volksrepublik China ein guter Kandidat für den UN-Menschenrechtsrat?

UN

Am 27. März schlossen sich die Tore hinter der UN-Menschenrechtskommission. Die viel kritisierte Einrichtung wird einem neuen Menschenrechtsrat Platz machen. Mit der Diskussion über potentielle Kandidaten häufen sich allerdings die Befürchtungen vieler Nichtregierungsorganisationen, dass die Volksrepublik China, die sich bisher kaum für die Einhaltung der Menschenrechte eingesetzt hat und die Arbeit der Menschenrechtskommission eher blockierte als förderte, in den Menschenrechtsrat gewählt werden könnte. Jegliche Aufforderungen der Vereinten Nationen, universelle Menschenrechte in Tibet zu achten, und Menschenrechtsverletzungen zu unterbinden, wurden seitens der Volksrepublik China bislang ignoriert. Als der Hochkommissar für Menschenrechte (UNCHR) in den Jahren 2002 und 2005 an die chinesische Regierung appellierte, unabhängigen Beobachtern freien Zugang zum jungen tibetischen Panchen Lama Gedhun Choekyi Nyima zu ermöglichen, lehnte Peking die Aufforderung des UNCHR ab. Auch der UN- Sonderberichterstatter für Folter konnte erst Ende 2005 nach China und Tibet reisen, nachdem 10 Jahre über seinen Besuch gestritten worden war. International Campaign for Tibet unterstützt den Aufruf der Vereinten Nationen, nur für solche Kandidatenländer zu votieren, die die „höchsten Standards in der Förderung und bei dem Schutz von Menschenrechten einhalten“. Des Weiteren fordert sie die UN-Mitgliedsstaaten dazu auf, die schlechte Menschenrechtssituation in China zur Kenntnis zu nehmen und Chinas Kandidatur für einen Sitz im Menschenrechtsrat sehr sorgfältig zu bewerten. Inzwischen hat China eine Erklärung über seine Kandidatur für den Menschenrechtsrat abgegeben.

Wenn Sie mehr über dieses Thema erfahren wollen, klicken Sie bitte hier: http://www.savetibet.org/de/news/news.php?id=232

Mehr über die Erklärung der Volksrepublik China über ihre Kandidatur können Sie hier nachlesen: http://www.savetibet.org/de/news/news.php?id=234

Tibet-Gesprächskreis im Deutschen Bundestag neu konstituiert

German Bundestag Plenary

Der Tibet-Gesprächskreis des Deutschen Bundestags traf sich am 5. April 2006 zu seiner konstituierenden Sitzung. Kelsang Gyaltsen, Sonderbotschafter des Dalai Lama in Europa, informierte die Abgeordneten über die Fortschritte des sino-tibetischen Dialogs und die weiterhin schlechte Menschenrechtslage in dem von China besetzten Tibet. Die Parlamentarier begrüßten die Bemühungen der Exiltibeter um eine friedliche Lösung des Tibet-Konflikts und sicherten ihre volle Unterstützung zu.

Wenn Sie mehr zu diesem Thema lesen wollen, klicken Sie bitte hier: http://www.savetibet.org/de/news/news.php?id=230

Foto: Deutscher Bundestag / Lichtblick / Achim Mende

Chinesischer Staatspräsident Hu Jintao in den USA

Der chinesische Staatspräsident und Chef der Kommunistischen Partei Chinas, Hu Jintao, stattete vom 18. bis zum 21. April 2006 den USA einen Staatsbesuch ab. Schon Anfang des Monats hatte die tibetische Exilregierung aus diesem Grund Tibeter und Tibetfreunde aus den USA und Kanada aufgerufen, von öffentlichen Protestaktionen gegen den Präsidenten abzusehen, um eine „förderliche Atmosphäre“ für den weiteren Fortgang der Dialogbemühungen zu schaffen . Vor dem Hintergrund der persönlichen Geschichte Hu Jintaos, der von 1988 bis 1992 als Parteisekretär der Autonomen Region Tibet (TAR) für die Verhängung des Kriegsrechts in Tibet und die blutige Niederschlagung von Protesten im Jahre 1989 direkt verantwortlich ist, gewinnt dieser Aufruf an besonderer Bedeutung. Unmittelbar vor dem Staatsbesuch unterrichtete ICT den Menschenrechtsausschuss des US-Kongresses über die Menschenrechtssituation und insbesondere über die Lage von Glaubens- und Religionsfreiheit in Tibet. Die US-Administration wurde aufgefordert, sich mit klaren Worten gegen die Menschenrechtsverletzungen in Tibet einzusetzen: „Tibeter sind weiterhin Opfer brutaler Repressionen durch die chinesischen Behörden und ihr einzigartiges kulturelles, religiöses und sprachliches Erbe ist in hohem Maße bedroht.“ Und: „Es kann nicht in Hu Jintaos Interesse sein, in die Geschichte als rücksichtloser Unterdrücker Tibets einzugehen“.

Wenn Sie den Aufruf der tibetischen Exilregierung lesen wollen, klicken Sie bitte: http://www.savetibet.org/news/newsitem.php?id=937

Zeigen von Gebetsfahnen in einer Region Tibets verboten

Die chinesische Regierung hat die Kontrolle und Überwachung von religiösen Einrichtungen in Tibet mit der Verabschiedung neuer Vorschriften über die Religionsausübung, die zum 1. März 2005 in Kraft traten, verschärft. Kontroll- und Überwachungsmaßnahmen reichen nunmehr über religiöse Einrichtungen hinweg bis weit in die Gesellschaft hinein. International Campaign for Tibet (ICT) liegt eine neue Bestimmung der chinesischen Behörden vor, nach der das Zeigen von traditionellen tibetischen Gebetsfahnen in einer Region Tibets verboten wird. Die Vorschrift sieht für jeden Verstoß „schwere Strafen“ vor.

Wenn Sie mehr zu diesem Thema lesen wollen, klicken Sie bitte hier: http://www.savetibet.org/de/news/news.php?id=235

2. Veranstaltungshinweise

Mahnwache für den Panchen Lama

  • Datum: 17. Mai
  • Zeit: 11 Uhr
  • Ort: Potsdamer Platz Arkaden/ Berlin

Am 17. Mai 1995 wurde der damals 6- jährige Gedhun Choekyi Nyima von den chinesischen Behörden entführt, kurz nachdem ihn der Dalai Lama als Reinkarnation des 10. Panchen Lama anerkannt hatte. Man hat ihn seither nicht mehr gesehen. Um sich für seine Freilassung einzusetzen, organisiert ICT am 17. Mai um 11.00 Uhr eine Mahnwache auf dem Potsdamer Platz in Berlin.

Spatenstich für das Tibet-Zentrum in Hüttenberg durch den Dalai Lama

  • Datum: 14. Mai
  • Zeit: 9 Uhr
  • Ort: Bahnhofsgelände / Reiftanzplatz - Hüttenberg/Österreich

In Hüttenberg in Kärnten/Österreich soll ein Tibet-Zentrum für Philosophie und Medizin entstehen. Der Spatenstich für das Tibet-Zentrum soll am 14. Mai durch den Dalai Lama erfolgen.

Auf der Homepage der Gemeinde Hüttenberg können Sie mehr über das geplante Tibet-Zentrum erfahren: www.huettenberg.at

taz- Interview mit der tibetischen Sängerin Yunchen Lhamo

Das am 31. März von Yunchen Lhamo in Berlin gegebene Konzert war ein großer Erfolg. Lesen Sie das taz-Interview mit der Sängerin, um einen Einblick in die Tibetproblematik aus tibetischer Sicht zu bekommen:

http://www.taz.de/pt/2006/04/05/a0168.1/text

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